Die Diözese leiht sich Geld bei der Gemeinde Brixen.

Oder warum 1,5 €/m² eigentlich 1,73 €/m² sind.

Der Beschluss zum Fruchtgenussvertrag zwischen der Diözese Bozen-Brixen und der Gemeinde Brixen zur Nutzung des Hofburggartens sieht eine einmalige Zahlung von 1.302.525,00 € für 28.945 m2 vor. Der bisher gültige Mietvertrag (ca. 28.300 m², Jahresmiete 25.000 €), räumte der Gemeinde höchstwahrscheinlich dieselben Rechte ein, wie der neu ausgehandelte Vertrag.

Da das Recht auf den Fruchtgenuss für 30 Jahre eingeräumt wird, würde man auch hier, wie bei einem Miet- oder Pachtvertrag, jährliche Zahlungen erwarten. Umgekehrt würde man bei einem Kauf vom Kaufpreis ausgehen und nicht den Gesamtbetrag der Ratenzahlungen mit den Zinsen zur Berechnung annehmen.

Bei unseren Berechnungen beziehen wir uns auf die Formel zur Berechnung des Barwertes von 30 konstanten Auszahlungen einer Rente. In solchen Fällen ist klar, dass die Einmalzahlungen niedriger sind als die Summe der jährlichen Zahlungen, weil der nicht ausbezahlte Teil bei den jährlichen Zahlungen Zinsen trägt.

Wenn wir nun den wirklichen Wert des Fruchtgenusses pro Jahr bei der Einmalzahlung von 1.302.525,00 € ausrechnen, so beziehen wir uns, der Einfachheit wegen, auf einen Zinssatz von 1%, das ist viel weniger, als eine Bank je verlangen würde.

Unser Ergebnis sieht folgendermaßen aus (siehe auch Teil 1):

Fruchtgenuss/Jahr

Einmalzahlung

€/m²

Einsparung gegenüber Beschluss 171

25.569,79 €

666,496,60 €

0,88

636.028,40 €

43.417,50 €

1.131.711,23 €

1,50

170.813,77 €

49.979,68 €

1.302.525,00 €

1,73

0,00 €

 

Das bedeutet in Zeile 1, dass bei einer Einmalzahlung und bei Weiterführung des Mietvertrages die Gemeinde 636.028,40 € weniger für die Nutzung bezahlen müsste. Zeile 2 zeigt, dass mit der korrekten Anwendung der Rentenformel, bei einem Quadratmeterpreis von 1,5 €, den BM Brunner behauptet, 170.813,77 € gespart würden.

Zeile 3 zeigt den effektiven Jahresbetrag von fast 50.000 € und den effektiven Quadratmeterpreis von 1,73 €, der aus der von der Gemeinde zu tätigenden Einmalzahlung resultiert.

 

Man kann das Ergebnis auch so interpretieren: die reiche Gemeinde Brixen leiht der armen Diözese Geld für 30 Jahre mit 0% Zinsen.

Ein „gutes“ Geschäft für die Brixnerinnen und Brixner, die die ganze Operation finanzieren und dann auch noch Eintritt in den Garten bezahlen dürfen.

Zur Vertiefung die Fakten:

  • Die Fakten von Teil 1
  • Die Rentenformel aus der Wikipedia und deren Umformung nach Barwert B
  • Ein Excel- oder Calc-Rechenblatt zum selber rechnen gibt es auf Anfrage in Kommentaren oder über Mail.

 

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Walter Kircher
Walter Kircher
2 Monate zuvor

Bei allen wirtschaftlichen und finanziellen Zwängen denen (auch) die Kirchenleitung ausgesetzt ist, – es sollte einmal erörtert werden : „wessen Besitz ist Kirchenbesitz!“
– Hat das Kirchenvolk zur Kenntnis zu nehmen, dass die Amtskirchenmänner allein darüber verfügen …?
Die Frage manifestiert sich an der zukünftigen Verwendung des 750 Jahre alten Hofburggartens!
Herr Bischof ist um eine klare Stellungnahme gebeten!

Barbara Fuchs
Barbara Fuchs
2 Monate zuvor

Nichts an diesem Geschäft Zwischen Gemeinde und Diözese geschieht im Sinne des Gemeinwohls, aber alles für die Lobby des Tourismus und zur Sanierung des Kirchenvermögens! Es ist erstaunlich, dass die Bürger/innen das nicht durchschauen!

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