Hofburggarten: Offen für Alle!

Sozial- und bildungspolitische Überlegungen zum Heller Projekt

Das Heller-Exposé sieht einen einzigen Eingang mit Kassa vor, die Brixner Bürger*innen sollen einen ermäßigten Eintritt bezahlen.

Der Stadtrat hat sich offensichtlich keine Gedanken darüber gemacht, was der zentrale Eingang mit Kassa für Kinder, Jugendliche, Familien, Menschen mit Behinderungen verschiedenster Art und vor allem Senior*innen bedeutet. Die Absurdität des alleinigen Zugangs über die Hofburg lässt sich einfach an der Situation des Schulzentrums Brixen Süd, des Bürgerheimes und der Kindergärten Mozart und Milland veranschaulichen.

Man stelle sich beispielsweise vor, eine Klasse der Mittelschule des Schulzentrums Brixen Süd möchte einen Lehrausflug in den Hofburggarten durchführen. Da auch Kinder und Jugendliche, die außerhalb der Gemeinde wohnhaft sind, die genannten Schulen besuchen, würde das bedeuten, dass die Schüler*innen mit unterschiedlichen Kosten und bürokratischem Aufwand in den Garten gelangen können. (So darf es nicht sein!)

Abgesehen davon, müssten die Schüler*innen über das Stadtzentrum statt über einen offenen Zugang im Süden in den Garten eintreten – mit entsprechendem sinnlosen Zeitverlust und erhöhten Gefahren.

Eine weitere wichtige Zielgruppe für den Hofburggarten stellen Seniorinnen und Senioren dar. Ob mit oder ohne Rollstuhl bzw. Gehwagen: kann man den Betreuer*innen/Begleitpersonen dieser Menschen und vor allem den Betroffenen selbst zumuten, dass sie ins Zentrum gebracht werden um dann umständlich in den Garten zu gelangen?

Es ist ja „lobenswert“, wenn Bürgermeister Brunner und die zuständigen Stadträte bei runden Geburtstagen der Heimbewohner*innen bei runden Geburtstagen  persönlichen Glückwünsche zum Fototermin überbringen, aber sie sollten doch bitte einen direkten Zugang für genau diese Damen und Herren vorsehen, Barrieren gibt es doch sonst noch genug!

Gerade in Corona–Zeiten muss der gesundheitliche aber auch sozialpolitische Wert eines Aufenthaltes im Hofburggarten für alle genannten Zielgruppen betont werden.

Besonders zu berücksichtigen sind dabei ebenfalls Kinder und Jugendliche der Altstadt sowie Bewohner*innen der Außenbezirke, die keinen Privatgarten besitzen. Ein offener Hofburggarten könnte für junge Menschen und Familien  einen vom Verkehr abgeschotteten Natur-Raum ihre Freizeit bieten, in dem sie ihre Freizeit verbringen, sich erholen und begegnen können.

Denken wir weiter an alle Beschäftigten im Handel, Tourismus, Industrie, Handwerk und Dienstleistung (Landesbedienstete, Sanität, Universität u.a.), die wesentlich zur Wertschöpfung in Brixen beitragen, aber in der freien Mittagspause Eintritt für eine entspannte Zeit im Garten bezahlen müssten. Ist das sozial verträglich?

Und wie sieht es in der nahen Universität aus, deren Student*innen ihr Pausen oder Lernpausen in einer natürlichen Umgebung ohne Konsumzwang verbringen möchten?

Wir fordern im Sinne der Bürger*innen Brixens und aller Südtiroler Steuerzahler*innen:
Der Hofburggarten muss offen, von mehreren Seiten zugänglich und kostenlos sein!

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Walter Kircher
Walter Kircher
2 Monate zuvor

… der Herr Bürgermeister bittet vor den GR-Wahlen um die Meinung der Stimmbürger*innen!
– Oder bei der Wahl …

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