AH-Effekt ohne Heller

Flashmob am Domplatz beweist Kreativität und Gemeinsinn

Die Aktion am Samstag um 11 auf dem Domplatz in Sachen Hofburggarten hat in ihrer Mischung von Flashmob und temporärem Kunstwerk bestens eingeschlagen. Die Promotorinnen Magdalena Fischnaller, Barbara Plagg und ihre Gruppe haben ein gutes Händchen bewiesen und mit ihrer Intervention wichtige Sympathiepunkte in Brixen und der medialen Öffentlichkeit gesammelt.

Die Einladung zur Nüchternheit und die kurzfristige Begrünung des Domplatzes haben ohne polemische Spitzen, aber mit allem Nachdruck vermittelt, dass Alternativen zum sündteuren AH-Effekt des Heller-Projekts geboten sind.

Bürgermeister und Stadtrat hingegen halten weiterhin daran fest, dass das Projekt des Event-Gartens längst schon auf Schiene sei. Sie wollen glauben machen, der breite Konsens im Gemeinderat entspreche dem Bürgerwillen und möchten den Eindruck vermitteln, die Beauftragung Hellers und die 10 Millionen € schwere Finanzierung seien so gut wie sicher. Aber der Weg dorthin ist noch längst nicht mit Rosen gesäumt: Die Auftragsvergabe weist gravierende rechtliche Schwächen auf, die Krisenfolgen werden unterschätzt, ebenso die Stimmung in großen Teilen der Bürgerschaft.

Der Auftritt auf dem Domplatz war ein beeindruckendes Signal des Bürgerwillens und der Tatsache, dass die Krise grundlegendes Umdenken erfordert. Wir wünschen der Gemeindespitze einen Bruchteil der Phantasie und der Kreativität der Veranstalter*innen des gestrigen Flashmobs. Ein Umdenken würde uns Brixner*innen und den Steuerzahlenden Südtirols sehr entgegen kommen – mehr noch, es ist bitter notwendig. Und Hellers Ruhm als Weltenkünstler bleibt auch ohne Auftritt in Brixen ungefährdet.

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